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Unglaublich: So viel Mikroplastik atmest du jeden Tag ein. Was uns die uralten Tattoos einer weiblichen Mumie aus Sibirien verraten. Und warum Mediziner vor einem drastischen Anstieg von Leberkrebs warnen.
Ein skurriler Streit um einen Papierkorb. Bereits der Anblick eines kranken Menschen aktiviert dein Immunsystem. Und Pfauenfedern erzeugen Laserstrahlen. Was?
Das und einiges mehr erwartet dich! Willkommen zu diesem Wochenrückblick. Los gehts!
🦚 Pfauenfedern erzeugen Laserstrahlen. Was?
✍️ Die Kurzfassung
Pfauenfedern sind nicht nur schön anzusehen – sie funktionieren auch wie winzige Laser!
US-Forscher entdeckten, dass die Mikrostruktur in den Augenflecken der Schwanzfedern Licht ähnlich wie ein Lasersystem bündeln kann.
Dafür wurden die Federn mit einer Farbstofflösung behandelt und mit Licht bestrahlt – die reflektierenden Strukturen erzeugten tatsächlich gelb-grüne Laserstrahlen.
Überraschend: Unterschiedlich gefärbte Bereiche der Federn emittierten dennoch Licht mit der gleichen Wellenlänge, obwohl ihre Struktur sich eigentlich unterscheiden sollte.
Ob diese „unsichtbaren Laserstrahlen“ auch beim Balzverhalten der Vögel eine Rolle spielen oder eine ganz andere Aufgabe haben, ist noch unklar.
📌 Mehr erfahren? → Scientific Reports
🫁 Unglaublich: So viel Mikroplastik atmest du jeden Tag ein.
✍️ Die Kurzfassung
Eine neue Studie aus Frankreich zeigt: Wir atmen täglich bis zu 68.000 Mikroplastikteilchen ein – besonders viele davon im Haus oder im Auto.
Die winzigen Partikel sind oft kleiner als zehn Mikrometer und können tief in die Lunge vordringen, wo sie möglicherweise Entzündungen oder Zellschäden verursachen.
Die Hauptquellen sind z. B. der Abrieb von Textilien, Kunststoffmöbeln oder der Innenverkleidung von Fahrzeugen – betroffen sind also insbesondere die Orte, an denen wir in unserem Alltag viel Zeit verbringen.
Man könnte diese Mikroplastik-Emissionen als „Feinstaub“ der Innenräume bezeichnen – wobei beide Partikelarten nur bedingt miteinander vergleichbar sind.
Es gibt verschiedene Studien zu den Auswirkungen von Mikroplastik in unserem Körper: Die Folgen reichen von DNA-Schäden bis hin zu Gefäßverstopfungen im Gehirn – weitere Forschung ist notwendig.
📌 Mehr erfahren? → PLOS One
🗑️ Ein skurriler Streit um einen Papierkorb.
✍️ Die Kurzfassung
Im Dritten Reich raubten die Nationalsozialisten viele wertvolle Möbel – vor allem von Deportierten und Menschen, die über den Seeweg aus Hamburg und Bremen flüchteten.
Im Bremer Finanzministerium galt ein alter Papierkorb samt Polsterstühlen lange als NS-Raubgut und sorgte für Ärger – zu Unrecht, wie nun eine Forscherin herausfand.
Jana Schäfer entdeckte bei ihrer Recherche Hinweise, dass es sich um Schiffsmöbel vom Passagierdampfer Bremen IV handelt – darunter typische Verankerungen gegen Seegang.
Der endgültige Beweis kam durch ein Archivdokument ans Licht, das die Möbel zweifelsfrei dem Schiff zuordnet – statt von Deportierten gestohlen, wurden sie legal nach Bremen gebracht und dort weiterverwendet.
Doch im Keller schlummern noch weitere Stücke mit unklarer Vergangenheit – möglicherweise tatsächliches NS-Raubgut.
📌 Mehr erfahren? → Spiegel Wissenschaft
🤧 Bereits der Anblick eines kranken Menschen aktiviert dein Immunsystem.
✍️ Die Kurzfassung
Unser Immunsystem ist offenbar wachsamer, als man dachte: Schon der bloße Anblick eines hustenden oder kränklich aussehenden Gesichts reicht, um die Abwehr hochzufahren – selbst wenn es nur ein virtueller Avatar ist.
In einer Studie mit 250 Teilnehmern, die ein VR-Headset trugen, zeigten Forscher aus Italien und der Schweiz, dass das Gehirn besonders stark reagiert, wenn kranke Avatare in der virtuellen Realität ganz nah kommen.
Diese Reaktion war deutlich schwächer, wenn die Gestalten gesund wirkten oder weiter entfernt waren.
Spannend: Auch im Blut der Probanden ließ sich ein Immun-Boost messen – bestimmte Abwehrzellen (ILCs) waren besonders aktiv.
Die Studie legt nahe, dass das Gehirn schon bei ersten visuellen Hinweisen auf Krankheit eine Art „Vorwarnung“ an das Immunsystem schickt – noch bevor ein echter Erreger im Körper ist.
📌 Mehr erfahren? → Nature Neuroscience
⚡️ Der längste je gemessene Blitz reicht von der Nordsee bis zu den Alpen.
✍️ Die Kurzfassung
Ein Blitz aus dem Jahr 2017 hat einen neuen Weltrekord aufgestellt: Er war unglaubliche 829 Kilometer lang – das entspricht ungefähr der Strecke von Flensburg bis Oberstdorf im Allgäu.
Die Weltwetterorganisation (WMO) entdeckte das Megaphänomen erst später bei einer genaueren Satellitenanalyse.
Der Blitz dauerte 7,8 Sekunden und zog sich vom östlichen Texas fast bis nach Kansas City.
Zuvor hielt ein Blitz von 2020 mit 768 Kilometern den Rekord, aber die moderne Satellitentechnik ermöglicht heute genauere Entdeckungen solcher Wetterextreme.
Ob diese Riesenblitze in Zukunft häufiger vorkommen werden, ist unklar – sicher ist nur: Der Himmel hat noch einige Überraschungen auf Lager.
📌 Mehr erfahren? → Spiegel Wissenschaft
⏳ Was uns die uralten Tattoos einer weiblichen Mumie aus Sibirien verraten.
✍️ Die Kurzfassung
Tattoos haben eine lange Tradition in der Menschheitsgeschichte – diese Körperkunst findet sich in zahlreichen Kulturen und insbesondere auch bei Frauen.
Eine 2.300 Jahre alte mumifizierte Frau aus Sibirien gibt neue Einblicke in die Tattoo-Kunst der Pasyryk-Kultur: Mithilfe hochauflösender Nahinfrarot-Fotografie entdeckte ein internationales Forscherteam fein gearbeitete Tiermotive auf ihren Armen.
Die Tattoos wurden offenbar mit bislang unbekannten Werkzeugen gestochen – darunter ein Mehrpunkt-Instrument aus pflanzlichen Dornen, das in mehreren Sitzungen verwendet wurde.
Besonders das Kampfszenen-Motiv von zwei Tigern, einem Leoparden und einem Hirsch auf dem rechten Unterarm zeugt von dem Werk eines erfahrenen Künstlers und detailreicher Technik.
Überraschend: Einige Tätowierungen wurden bei der Einbalsamierung zerstört – ob absichtlich oder versehentlich, bleibt unklar.
Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass Tattoos damals mehr waren als Körperschmuck – sie spiegelten persönliche Geschichten und kulturelle Praktiken wider, so die Forscher.
📌 Mehr erfahren? → Antiquity
📈 Warum Mediziner vor einem drastischen Anstieg von Leberkrebs warnen.
✍️ Die Kurzfassung
Leberkrebs ist weltweit auf dem Vormarsch – bis 2050 könnten 76 % mehr Menschen daran erkranken als heute, warnen Mediziner in einer internationalen Fachkommission.
Besonders betroffen sind Asien und Afrika, aber auch in Europa könnte die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen um 30 Prozent, die der Todesfälle um 36 Prozent steigen.
Die Krankheit ist nicht nur schwer zu behandeln, sondern auch besonders tödlich: In manchen Fällen überleben nur 5 % der Betroffenen die ersten fünf Jahre.
Hauptursachen sind vermeidbare Risiken wie Hepatitis, Alkoholkonsum und Übergewicht, was Prävention umso wichtiger macht.
Die Fachleute fordern daher bessere Impfungen, mehr Hepatitis-Tests, Aufklärung zu Übergewicht und Warnhinweise auf Alkohol.
📌 Mehr erfahren? → The Lancet
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