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Dieses Psychedelikum verlangsamt das Altern. Ein Baum, der CO2 in Stein verwandelt. Und warum eine ganze Hauptstadt verlegt werden soll.

Männliche Dinosaurier tanzten, um Weibchen zu beeindrucken. Krebszellen nutzen Energy Drinks als „Treibstoff“. Und dieses Objekt im Universum dürfte es eigentlich gar nicht geben.

Das und einiges mehr erwartet dich! Willkommen zu diesem Wochenrückblick. Los gehts!

🍄 Dieses Psychedelikum verlangsamt das Altern.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Eine neue US-Studie zeigt: Psilocybin, eine psychoaktive Substanz aus „Magic Mushrooms“, könnte die Zellalterung positiv beeinflussen.

  2. In Laborversuchen lebten mit Psilocybin behandelte menschliche Zellen über 50 % länger als unbehandelte.

  3. Auch Mäuse, die dieses Psychedelikum regelmäßig erhielten, lebten deutlich länger und sahen auch biologisch jünger aus, so die Forscher.

  4. Die Wirkung beruht vermutlich auf Psilocin, einem Stoffwechselprodukt, das das Zellwachstum beeinflusst.

  5. Die Forschung befindet sich noch im Frühstadium und neben vielen positiven Effekten von Psilocybin gibt es auch Risiken und Kritik an der Anwendung von psychoaktiven Substanzen zu gesundheitlichen Zwecken – du solltest also definitiv nicht auf eigene Faust experimentieren.

📌 Mehr erfahren? → npj Aging

🌳 Dieser Baum verwandelt CO₂ in Stein.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Ein internationales Forscherteam hat in Kenia Feigenbäume entdeckt, die nicht nur das Treibhausgas CO₂ aus der Luft aufnehmen (wie alle Pflanzen), sondern es in Kalkstein umwandeln – ganz ähnlich wie Korallenriffe.

  2. Besonders effektiv dabei ist die Art Ficus wakefieldii, die das Gas erst in Kalziumoxalat und dann – mithilfe von Mikroben – in Kalziumcarbonat verwandelt, welches auf der Rinde, im Holz und im Boden eingelagert wird und über Jahrhunderte stabil bleibt.

  3. Da diese Feigen zugleich essbare Früchte liefern, wären sie perfekt für eine klimafreundliche Agroforstwirtschaft – Wissenschaftler vermuten, dass noch viele weitere Baumarten diese erstaunliche Fähigkeit besitzen.

  4. Diese Studie wurde auf der Goldschmidt Conference für Geochemie 2025 in Prag vorgestellt.

📌 Mehr erfahren? → Goldschmidt

🩸 Krebszellen nutzen Energy Drinks als „Treibstoff“.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Energy Drinks boomen, doch neue Forschung wirft Fragen auf – insbesondere zur Zutat Taurin (Aminosäure), die das Wachstum von Leukämiezellen (Blutkrebs) anregt.

  2. Eine US-Studie zeigt: Während gesunde Knochenmarkzellen Taurin selbst herstellen, „saugen“ Leukämiezellen es von außen auf, um schneller zu wachsen.

  3. Blockiert man diese Aufnahme, verlangsamt sich das Krebswachstum deutlich – ein möglicher neuer Therapieansatz.

  4. Gleichzeitig bleibt Taurin in moderaten Mengen für gesunde Menschen unbedenklich, kann in manchen Fällen sogar helfen – etwa zur Verbesserung der Nervenfunktion, Herzgesundheit und des Immunsystems.

  5. Aber: Wer regelmäßig hochdosierte Energy Drinks trinkt, setzt sich, vor allem bei Vorerkrankungen oder genetischer Veranlagung, unnötigen Risiken aus.

📌 Mehr erfahren? → Nature

🌆 Warum eine ganze Hauptstadt verlegt werden soll.

✍️ Die Kurzfassung

  1. In Teheran ist das Wasser so knapp geworden, dass Irans Präsident laut über eine Verlegung der Hauptstadt nachdenkt – ein drastischer Schritt mit Signalwirkung.

  2. Stauseen sind fast leer, manche Regionen komplett ausgetrocknet, und Regen wird erst im Herbst erwartet.

  3. Die Regierung hat Schulen und Behörden geschlossen, Fabriken stehen still, Entlassungen drohen – eine echte Notlage.

  4. Viele Menschen verlassen Teheran in Richtung Norden, wo die Wasserversorgung noch funktioniert.

  5. Kritiker machen Misswirtschaft und schlechtes Krisenmanagement für die Lage verantwortlich – die Krise ist also nicht nur klimabedingt, sondern auch direkt menschengemacht.

📌 Mehr erfahren? → Spiegel Wissenschaft

🍽️ Das stellt unser Verständnis von Allergien bei Kindern auf den Kopf.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Immer mehr Kinder leiden unter schweren Allergien bzw. Lebensmittelunverträglichkeiten und bisher galt die Regel: Bloß keine potenziellen Allergene im ersten Lebensjahr!

  2. Eine neue Studie aus Australien zeigt: Wer Babys schon mit etwa sechs Monaten (wenn die Gewöhnung an festere Nahrung langsam beginnt) Erdnussbutter und Ei gibt, senkt deutlich das Risiko für spätere Allergien.

  3. Kinder, deren Eltern die neuen Empfehlungen befolgten, hatten mit zwölf Monaten deutlich seltener Ei- oder Erdnussallergien, so die Forscher – bei Kuhmilchprodukten war die Verträglichkeit auch besser, aber der Unterschied fiel nicht so stark aus.

  4. Die Ergebnisse sind so überzeugend, dass sie jetzt offiziell Teil der „Infant Feeding and Allergy Prevention Guidelines“ der „Australasian Society of Clinical Immunology and Allergy“ (ASCIA) sind.

  5. Wichtig bleibt: Ganz verschwinden werden Allergien dadurch nicht, aber der frühe Speiseplan macht einen großen Unterschied.

🦖 Männliche Dinosaurier tanzten, um Weibchen zu beeindrucken.

✍️ Die Kurzfassung

  1. US-Forscher haben in Colorado eine Art „Dino-Disco“ entdeckt: Männliche Theropoden (zweibeinige Fleischfresser) versammelten sich dort vor etwa 100 Millionen Jahren, um mit Tanzbewegungen Weibchen zu beeindrucken.

  2. Mithilfe von Drohnenbildern entdeckten die Wissenschaftler fossile Kratzspuren im Gestein, die zeigen, wie die Dinosaurier mit den Füßen scharrten, im Kreis liefen und sogar rückwärts „moonwalkten“ – ähnlich wie heutige Vögel bei Balzritualen (z. B. Birkhühner).

  3. Die Spuren stammen vermutlich von kleinen, zweibeinigen Theropoden, etwa so groß wie ein Strauß – welche Art genau dahintersteckt, bleibt aber unklar.

  4. Die Entdeckung ist phänomenal: Es ist das erste Mal, dass Balztänze bei Dinosauriern nachgewiesen werden konnten.

📌 Mehr erfahren? → Cretaceous Research

✨ Dieses Objekt im Universum dürfte es eigentlich gar nicht geben.

✍️ Die Kurzfassung

  1. US-Forscher haben die bisher massereichste Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher entdeckt – dabei entstand ein Koloss mit über 225 Sonnenmassen – Schwarze Löcher sind die Folge kollabierender Sterne.

  2. Das Problem: Nach den gängigen Modellen der Sternentwicklung dürfte es solche massereichen Schwarzen Löcher eigentlich gar nicht geben – aktuelle Berechnungen lassen nur Schwarze Löcher mit bis zu 65 Sonnenmassen zu.

  3. Das spektakuläre Ereignis, GW231123, wurde durch winzige Gravitationswellen enttarnt – Raumzeit-Schwingungen, die durch solche gigantischen Kollisionen entstehen und auf der Erde messbar sind.

  4. Die beteiligten Schwarzen Löcher waren an sich schon ungewöhnlich groß, was darauf hindeutet, dass sie vielleicht selbst aus früheren Verschmelzungen hervorgegangen sind – ein kosmisches Schneeballsystem.

  5. Um noch tiefer in die Geschichte des Universums blicken zu können, planen Wissenschaftler das Einstein-Teleskop – ein Superobservatorium, mit dem auch leiseste Gravitationswellen aus der Frühzeit des Kosmos aufgespürt werden sollen.

📌 Mehr erfahren? → arXiv

Ich hoffe, die heutige Ausgabe hat dir gefallen! Teile diesen Science-Newsletter gerne mit deinen Freunden. Bis nächste Woche. Nerdige Grüße, Anastasia ✌️