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Ein „Brain Hack“ für schnelleres Einschlafen. Weiße Haie fürchten nur diesen einen Meeresräuber. Und ein schockierender Fund in E-Zigaretten.

Macht KI uns dümmer? Diese Bakterien verwandeln Plastik in Paracetamol. Und die Lösung des Gen-Rätsels, warum Katzen schnurren.

Das und einiges mehr erwartet dich! Willkommen zu diesem Wochenrückblick. Los gehts!

🦈 Weiße Haie fürchten nur diesen einen Meeresräuber.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Schwertwale (Orcas) haben vor der südafrikanischen Küste ganze Gruppen von großen Weißen Haien vertrieben – Orcas sind die einzigen Meeresräuber, die Weißen Haien wirklich gefährlich werden können.

  2. Was früher ein Hotspot für Hai-Beobachtungen war, ist heute nahezu Hai-frei, so eine internationale Studie – die Weißen Haie meiden ihre einstigen Lieblingsreviere nach einer Orca-Attacke oft monatelang.

  3. Die Forschung zeigt: Orcas sind nicht nur opportunistische Räuber, sondern gezielte Jäger, die ihr Vorgehen mit der Zeit perfektioniert haben und nun ganze Ökosysteme ins Wanken bringen.

  4. In Abwesenheit der Weißen Haie übernehmen andere Haiarten wie Bronzehaie ihren Platz – nur um dann selbst zur Orca-Beute zu werden.

  5. Die Forscher warnen: Wenn dieses neue Jagdverhalten der Orcas anhält, könnte das empfindliche Gleichgewicht des marinen Nahrungsnetzes dauerhaft gestört werden.

📌 Mehr erfahren? → African Journal of Marine Science

Hier kannst du dir ein Video dazu ansehen, wie Orcas in Südafrika gezielt Weiße Haie jagen und fressen:

💰 Wie uns blaues Licht in Casinos zu mehr Risikobereitschaft verführt.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Eine australische Studie zeigt: Blaues Licht in Casinos (z. B. in LED-Screens und Raumbeleuchtung) kann unser Gehirn austricksen und uns zu riskanterem Spielverhalten verleiten.

  2. Unter blau angereichertem Licht nehmen Menschen finanzielle Verluste weniger intensiv wahr – ein 100$-Verlust fühlt sich dann tatsächlich nicht so schlimm an wie bei normalen Lichtverhältnissen.

  3. Verantwortlich dafür ist vermutlich unsere „zirkadiane Photorezeption“ – eine unbewusste Lichtwahrnehmung, die auch unsere Risikobewertung beeinflusst.

  4. Besonders Männer neigten in den Tests zu riskanten Entscheidungen, was frühere Studien zur Spielsucht bestätigt.

  5. Die Forscher fordern mehr Verantwortung von Glücksspielanbietern – weniger blaues Licht könnte helfen, sichereres Spielverhalten zu fördern.

📌 Mehr erfahren? → Scientific Reports

🧫 Diese Bakterien verwandeln Plastik in Paracetamol.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Ein britisches Forscherteam hat gentechnisch veränderte E.-coli-Bakterien entwickelt, die aus altem Plastik den medizinischen Wirkstoff Paracetamol herstellen können – und das bei milden Temperaturen, praktisch ohne CO₂-Emissionen und in einem kurzen Zeitraum von nur 24 Stunden.

  2. Die Grundlage ist Terephthalsäure, ein Bestandteil von PET-Flaschen, die über eine clevere biochemische Reaktion, den sogenannten Lossen-Abbau, zu einem Paracetamol-Vorläufer umgewandelt wird.

  3. Normalerweise ist dieser chemische Prozess für lebende Zellen schädlich, doch in den Bakterien fungiert bereits vorhandenes Phosphat als milder Katalysator.

  4. Durch gezielte genetische Modifikationen konnten die Forscher schließlich einen beeindruckenden Ertrag von bis zu 92 % des ursprünglichen Substrats erreichen.

  5. Allerdings ist die Erzeugung großer Produktionsmengen in industriellem Maßstab noch nicht möglich und erfordert voraussichtlich eine Weiterentwicklung der entsprechenden E. coli-Stämme.

📌 Mehr erfahren? → Nature Chemistry

🧠 Macht KI uns dümmer?

✍️ Die Kurzfassung

  1. Eine neue MIT-Studie zeigt, dass die Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT beim Schreiben von Essays zu geringerer kognitiver Aktivität führen kann – Stichwort: „cognitive debt“.

  2. Die Teilnehmer, die Künstliche Intelligenz nutzten, waren beim Denken weniger engagiert, erinnerten sich schlechter an ihre Texte und fühlten weniger geistiges Eigentum daran.

  3. Als die KI-Nutzer dann einmal ohne Hilfe schreiben sollten, schnitten sie deutlich schlechter ab als jene, die von Anfang an „Hirn-only“ gearbeitet hatten.

  4. Die Forscher warnen jedoch: Die Ergebnisse sind vorläufig, da nur wenige Probanden alle Testdurchläufe abgeschlossen haben.

  5. Fazit: KI macht uns nicht automatisch dümmer – aber ohne angepasste Bildungsziele kann sie zu geistiger Bequemlichkeit führen, statt unser Denken sinnvoll zu ergänzen (wie einst der Taschenrechner).

📌 Mehr erfahren? → arXiv

💨 Ein schockierender Fund in E-Zigaretten.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Eine neue US-Studie zeigt: Im Dampf von beliebten Einweg-E-Zigaretten wurden extrem hohe Konzentrationen von Blei, Nickel und Antimon gemessen – so hoch, dass die Forscher zunächst an einen Messfehler glaubten.

  2. Die Schwermetalle stammen zum Teil direkt aus den Geräten, etwa aus bleihaltigen Bronzelegierungen oder den Heizspiralen, und gelangen von dort in die E-Flüssigkeit und schließlich in die Lunge – auch in der Flüssigkeit selbst wurden Giftstoffe nachgewiesen.

  3. Einige der gemessenen Werte überstiegen die aktuellen Grenzwerte für Gesundheitsrisiken deutlich und erhöhen unter anderem das Risiko für Krebs und neurologische Schäden.

  4. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt daher eindringlich: E-Zigaretten sind vielleicht tabakfrei, aber keinesfalls harmlos.

📌 Mehr erfahren? → ACS Central Science

💤 Ein „Brain Hack“ für schnelleres Einschlafen.

✍️ Die Kurzfassung

  1. „Cognitive Shuffling“ soll laut Forschern beim Einschlafen helfen: Dabei wählst du ein zufälliges Wort (z. B. „Kuchen“) und denkst dir zu dem Anfangsbuchstaben möglichst viele neue Wörter aus – K wie „Katze“, „Karotte“, „Kreis“ usw. – nach einer Weile wählst du einen anderen Buchstaben und startest von vorn.

  2. Dabei stellst du dir jedes dieser Wörter bildlich vor, bis du irgendwann entspannt und gedanklich abgeschweift einschläfst.

  3. Entwickelt wurde diese Methode vom kanadischen Forscher Luc P. Beaudoin, der herausfand, dass solche gedanklichen „Zufallsreisen“ dem natürlichen Einschlafprozess ähneln.

  4. Der Trick: Man lenkt das Gehirn bewusst weg von Grübeleien (sogenannte „insomnolente Gedanken“) hin zu harmlosen, schwebenden Bildfetzen („pro-somnolente Gedanken“), wie sie gute Schläfer meist vor dem Einschlafen haben.

  5. Die Forschung zeigt vielversprechende Ergebnisse: weniger Stress vorm Einschlafen und bessere Schlafqualität.

  6. Aber: Nicht jeder reagiert gleich und Geduld ist gefragt – also regelmäßig üben, entspannt bleiben und bei hartnäckigen Schlafproblemen professionelle Hilfe suchen.

📌 Mehr erfahren? → Summit Research Repository

😽 Das genetische Rätsel, warum Katzen schnurren, wurde gelöst – und noch mehr.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Japanische Forscher haben ein Gen entdeckt, das möglicherweise erklärt, warum Katzen schnurren – und warum manche mehr „plaudern“ als andere.

  2. Kurz gesagt: Katzen mit einer bestimmten Variante des Androgenrezeptor-Gens schnurren und miauen laut Besitzerangaben häufiger, vor allem männliche Tiere.

  3. Da dieses Gen die Wirkung von Testosteron beeinflusst, vermuten die Forscher, dass es auch das Kommunikationsverhalten der Tiere mit Menschen steuert.

  4. Interessant: Die Genvariante kommt nur bei Hauskatzen vor – nicht einmal nahe Verwandte wie die Bengalkatzen besitzen sie, was darauf hindeutet, dass sie sich erst durch Domestikation entwickelte.

  5. Schnurren könnte also nicht nur ein Ausdruck von Wohlbefinden, sondern auch ein Überlebensvorteil im Zusammenleben mit Menschen sein – eine andere Studie fand sogar heilungsfördernde Effekte des Schnurrens bei Katzen.

📌 Mehr erfahren? → PLOS One

Ich hoffe, die heutige Ausgabe hat dir gefallen! Teile diesen Science-Newsletter gerne mit deinen Freunden. Bis nächste Woche. Nerdige Grüße, Anastasia ✌️