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Verursacht das bekannteste Schmerzmittel ADHS bei ungeborenen Kindern? Steinzeitlicher Kannibalismus mitten in Europa. Und warum der Mars rostet.

Was passiert, wenn man Mäusen ein menschliches Sprach-Gen einpflanzt? Wie Wölfe in Schottland dabei helfen könnten den Klimawandel zu bekämpfen. Und warum Raumstationen im All „dreckiger“ werden müssen.

Das und einiges mehr erwartet dich! Willkommen zu diesem Wochenrückblick. Los gehts!

💊 Verursacht das bekannteste Schmerzmittel ADHS bei ungeborenen Kindern?

✍️ Die Kurzfassung

  1. Paracetamol gilt als eines der wenigen sicheren Schmerzmittel während der Schwangerschaft – doch jüngste Forschungsergebnisse deuten auf ein mögliches Risiko für die Gehirnentwicklung des Fötus hin, insbesondere in Bezug auf ADHS.

  2. Eine kleine US-Studie mit 307 schwangeren schwarzen Frauen zeigte, dass Kinder, deren Mütter Paracetamol einnahmen, ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für eine ADHS-Diagnose hatten – bei Töchtern war das Risiko sogar sechsmal höher.

  3. Trotz dieser besorgniserregenden Ergebnisse können jedoch auch viele andere Faktoren, wie z. B. Fieber oder Schmerzen der werdenden Mutter, ebenfalls eine Rolle für die kindliche Entwicklung im Mutterleib spielen.

  4. Bereits vor einigen Jahren haben Untersuchungen Zusammenhänge zwischen Paracetamol und ADHS festgestellt, doch die bisherigen Ergebnisse sind rein korrelativ – es ist nicht klar, ob das Schmerzmittel wirklich die Ursache ist.

  5. Wissenschaftler fordern weitere Forschung, um mögliche Langzeitrisiken besser zu verstehen, doch die FDA und andere Gesundheitsorganisationen sehen derzeit keinen Anlass, ihre Richtlinien zur Nutzung von Paracetamol in der Schwangerschaft zu ändern.

📌 Mehr erfahren? → Nature Mental Health

🐠 Du schon wieder? Fische können Taucher wiedererkennen.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Fische können Menschen anhand von Farbmerkmalen ihrer Taucherausrüstung wiedererkennen, so ein deutsches Forscherteam.

  2. Taucher auf Korsika stellten fest, dass Fische nur denjenigen folgten, die sie bei früheren Tauchgängen gefüttert hatten.

  3. In Experimenten mit Seebrassen zeigte sich daraufhin, dass die Tiere nach zwölf Tagen Training gezielt einer bestimmten Taucherin hinterher schwammen.

  4. Andere Taucher ohne Futter wurden weitgehend ignoriert – bei identischer Taucherausrüstung gelang den Fischen die Unterscheidung jedoch nicht.

  5. Die Forscher vermuten, dass Fische mit mehr Zeit auch feinere Merkmale wie Haare oder Hände erkennen könnten – jedoch nicht die Gesichter der Personen.

📌 Mehr erfahren? → Biology Letters

🔴 Warum ist der Mars wirklich rot? – Wir haben uns geirrt!

✍️ Die Kurzfassung

  1. Der Mars rostet: Eine neue Studie kam zu dem Ergebnis, dass die rote Farbe des Mars nicht durch die zuvor angenommene trockene Oxidation von Hämatit entstand, sondern durch die Reaktion von Eisen mit Wasser.

  2. Ein internationales Forscherteam fand heraus, dass Ferrihydrit, ein Eisenoxid-Mineral, in Verbindung mit Basalt die auf dem Mars beobachteten Mineralien am besten nachbildet.

  3. Das bedeutet, dass es definitiv einst Wasser auf dem Mars gegeben haben muss und der Planet seine rote Farbe bereits viel länger besitzt als bisher angenommen.

  4. Die Untersuchung verschiedener Mars-Daten, Meteoriten und Bodenproben bestätigte diese Theorie, da Ferrihydrit nur unter feuchten Bedingungen entsteht.

  5. Zukünftige Mars-Proben sollen endgültig klären, wie viel Ferrihydrit tatsächlich vorhanden ist und was das für die Geschichte des Wassers und möglicherweise des Lebens auf dem Planeten bedeutet.

📌 Mehr erfahren? → Nature Communications

☠️ Steinzeitlicher Kannibalismus mitten in Europa.

✍️ Die Kurzfassung

  1. In der späten Eiszeit aßen Menschen in Mitteleuropa die Körper von Verstorbenen, wie ein internationales Forscherteam anhand von 18.000 Jahre alten menschlichen Knochenfunden aus der Maszycka-Höhle in Polen nachweisen konnte.

  2. Schnittstellen und andere Bearbeitungsspuren an den Knochen deuten darauf hin, dass die Körper systematisch zerlegt wurden, vermutlich um an das Knochenmark zu gelangen.

  3. Da die Überreste mit Siedlungsabfall vermischt waren und es keine Hinweise auf Nahrungsmangel gab, gehen die Forscher davon aus, dass es sich nicht um Kannibalismus aus Not handelte.

  4. Die Funde werden mit der Magdalénien-Kultur in Verbindung gebracht, die für ihre Kunstwerke wie die Höhlenmalereien von Lascaux bekannt ist.

📌 Mehr erfahren? → Scientific Reports

🧬 Was passiert, wenn man Mäusen ein menschliches Sprach-Gen einpflanzt?

✍️ Die Kurzfassung

  1. US-Wissenschaftler haben Mäuse mit dem menschlichen Sprach-Gen NOVA1 modifiziert, wodurch die Tiere fortan andere Laute von sich gaben.

  2. Die genetisch veränderten Mäuse erzeugten komplexere und höherfrequente Geräusche, was auf Veränderungen im Gehirn und einen möglichen Einfluss auf die soziale Kommunikation hinweist.

  3. Eine minimale Mutation macht das Gen NOVA1 einzigartig – wir Menschen (Homo sapiens) sind die einzigen Säugetiere, bei denen es vorkommt.

  4. Die Mutation spielte möglicherweise eine Schlüsselrolle in der Evolution der menschlichen Sprache – die genaue Funktion des Gens bleibt jedoch ein Rätsel.

  5. Neandertaler und Denisova-Menschen hatten diese Variante nach derzeitigem Forschungsstand nicht, was darauf hindeutet, dass die Mutation erst in den letzten Hunderttausenden Jahren nach der Abspaltung unserer Spezies entstanden ist.

📌 Mehr erfahren? → Nature Communications

🐺 Wie Wölfe in Schottland dabei helfen könnten den Klimawandel zu bekämpfen.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Britische Wissenschaftler schlagen vor, Wölfe in Schottland anzusiedeln, um das natürliche Gleichgewicht im Ökosystem wiederherzustellen und Treibhausgase aus der Atmosphäre zu binden.

  2. Die Ausrottung der ehemals heimischen Wölfe führte in Schottland zu einer unkontrollierten Vermehrung von Rothirschen, die junge Bäume zerstören und die natürliche Wiederbewaldung verhindern, so die Forscher.

  3. Simulationen zeigen, dass eine Rückkehr der Wölfe die Hirschpopulation verringern und die Ausbreitung von Wäldern ermöglichen könnte, was zur CO₂-Speicherung beiträgt.

  4. Die Wissenschaftler schätzen, dass wiederhergestellte Wälder in Schottland über 100 Jahre hinweg 100 Millionen Tonnen CO₂ binden könnten, was sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft nutzen würde.

  5. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich möglicher Konflikte mit Menschen, weshalb sorgfältige Planung und öffentliche Unterstützung für eine erfolgreiche Auswilderung von Wölfen erforderlich sind.

📌 Mehr erfahren? → Ecological Solutions and Evidence

🚀 Warum Raumstationen im All „dreckiger“ werden müssen.

✍️ Die Kurzfassung

  1. Astronauten leiden nach längeren Aufenthalten im All häufig an Immunstörungen, die zu Hautausschlägen, Gürtelrose oder Pilzinfektionen führen.

  2. Forscher vermuten, dass die sterile Umgebung auf der ISS die Aktivität wichtiger Immunzellen verringert und die Besatzung anfällig für bestimmte Erkrankungen macht.

  3. Eine US-Studie ergab, dass kaum natürliche Umweltmikroben auf der Raumstation vorkommen, die das Immunsystem normalerweise stärken.

  4. Daher könnte eine gezielte Einführung bestimmter Mikroben helfen, die Gesundheit der Astronauten zu schützen.

  5. Wissenschaftler wollen nun erforschen, welche Mikroben für zukünftige Weltraummissionen sinnvoll wären und wie man diese „mit an Bord nehmen“ könnte.

📌 Mehr erfahren? → Cell

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Ich hoffe, die heutige Ausgabe hat dir gefallen! Teile diesen Science-Newsletter gerne mit deinen Freunden. Bis nächste Woche. Nerdige Grüße, Anastasia ✌️

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